Peinliche Mütter
Peinliche Mütter – sind das nicht alle Mütter?
Naja, es gibt dann schon noch Steigerungsmöglichkeiten. Den Lebensgeschichten der Frauen, die ich als Inspiration herangezogen habe ist gemein, dass sie wegen ihres teils extravaganten, teils sozial unverträglichen Verhaltens entweder von der Gesellschaft oder von ihren eignen Kindern als peinlich angesehen wurden. Und dennoch sind die Kinder all dieser Frauen trotz – oder gerade wegen ihrer Mütter – erfolgreiche Persönlichkeiten geworden. Ein Trost für alle Mütter, die sich heute abmühen, ihren Kindern ein positives Vorbild zu sein.
Diese Serie begleitet mich jetzt schon seit ca. fünf Jahren. Die Quilts bieten mir einen Spielplatz, wo ich die unterschiedlichsten Techniken ausprobieren kann.
Peinliche Mütter XXI – Fang Zhongmou
Die Hinrichtung von Fang Zhongmou wegen politischer Verbrechen während der Kulturrevolution war in ihrer Brutalität nichts Ungewöhnliches, schockierte Außenstehende jedoch in einer Hinsicht besonders: Ihre Ankläger waren ihr Ehemann und ihr 16-jähriger Sohn. Sie warfen ihr vor, Mao stillschweigend kritisiert zu haben. Sie hatte ein Bild von Mao heruntergerissen und verbrannt. Sie sei eine „schlechte Mutter“. Sie wurde verhaftet und erschossen.
English:
Fang Zhongmou’s execution for political crimes during the Cultural Revolution was commonplace in its brutality but more shocking to outsiders in one regard: her accusers were her husband and her 16-year-old son. They accused her of tacitly criticising Mao. She had torn down and burned Mao’s picture. She was a “bad parent”. She was arrested and shot.
Peinliche Mütter XVIII – Vigdís Finnbogadóttir
Vigdís Finnbogadóttir war von 1980 bis 1996 Präsidentin von Island. Sie ist die erste Frau weltweit, die zum Staatsoberhaupt gewählt wurde. Während ihres Wahlkampfs wurde sie dafür kritisiert, dass sie sich für den Abzug der US-Streitkräfte aus Island einsetzte. Im Wahlkampf wurde sie von Reportern gefragt, wie sie ihre politische Karriere als alleinerziehende Mutter eines adoptierten Kindes unter einen Hut bringen wolle.
English:
Vigdís Finnbogadóttir served as President of Iceland from 1980 to 1996. She is the first woman in the world to be elected head of state. During her campaign, she was criticized for advocating for the withdrawal of U.S. forces from Iceland. During her campaign she was sked by reporters, how she expected to manage her political career while being a single mom with an adopted child.
Peinliche Mütter XVIII – Taj Al Saltana
Taj al-Saltana, Tochter von Naser al-Din Schah, Schah des Iran (1848 bis Mai 1896), wurde im Alter von 13 Jahren verheiratet und hatte vier Kinder. Später ließ sie sich von ihrem Ehemann scheiden und weigerte sich, den Hidschab zu tragen – womit sie ein weiteres Tabu brach. Als Gründungsmitglied der iranischen Untergrund-Frauenrechtsgruppe „Women’s Freedom Association“ setzte sie sich bereits 1910 für die Gleichberechtigung der Frauen ein.
English:
Taj al-Saltana, daughter of Naser al-Din Shah, Shah of Iran (1848 to May 1896), was married at age 13 and had four children. She later divorced her husband and refused to wear the hijab – breaking yet another taboo. A founding member of Iran’s underground women’s rights group Women’s Freedom Association, she worked for equal rights for women as early as 1910.
Peinliche Mütter XXIII – Circus Suffrage Society
Zirkusartistinnen des Jahres 1910 galten als „unweiblich“, da einige von ihnen die körperliche Kraft von Männern besaßen. Daher führten einige Zirkusse Kampagnen durch, in denen sie so dargestellt wurden, als wollten sie unbedingt aus der Manege und aus ihren Trikots heraus, um putzen und kochen zu können. Infolgedessen setzte sich die „Barnum & Bailey Circus Women’s Equal Rights Society“ dafür ein, dass Frauen genauso akzeptiert wurden wie ihre männlichen Kollegen, das Wahlrecht erhielten und ihr Gehalt selbst ausgeben durften.
English:
Circus women of 1910 were considered “unfeminine” as some had the physical strength of men. Thus, some circuses ran campaigns portraying them as eager to get out of the ring and their leotards so they could clean and cook. In consequence, the Barnum & Bailey Circus Women’s Equal Rights Society advocated for women to be equally accepted as their male collegues, to have the right to vote and to be allowed to spend their own salaries.
Peinliche Mütter XIV – Pilitrud von Bayern
Pilitrud (gest. um 730) war eine Herzogin in Bayern, die mit zwei bayerischen Herzögen aus dem Haus der Agilolfinger verheiratet war. Ihr erster Ehemann war Theudebald; nach dessen Tod heiratete sie dessen Bruder Grimoald. Als Corbinian vom Papst nach Freising entsandt wurde, stellte er eine unerhörte Forderung an Pilitrud: Sie solle sich von ihrem Ehemann scheiden lassen – denn eine Witwe, die wieder heiratet, begeht eine Sünde.
English:
Pilitrud (d. c. 730) was a duchess in Bavaria, married to two Bavarian dukes of the Agilolfing dynasty. Her first husband was Theudebald; after his death, she married his brother Grimoald. When Corbinian was sent by the Pope to Freising, he demanded something outrageous of Pilitrud: she was to divorce her husband—for a widow who remarries is sinful.
Peinliche Mütter XXII – Christiane Wilhelmine May
Christiane Wilhelmine May, die Mutter des Schriftstellers Karl May, war Hebamme und selbst häufig schwanger – und fühlte sich von ihrem kranken und vorübergehend blinden Kind Karl May überfordert. Sie wünschte sich, er wäre „weg, weg, weg!“ Ihr wurde vorgeworfen, durch emotionale Vernachlässigung ein frühkindliches Trauma verursacht zu haben, das angeblich dazu führte, dass er später als Kleinkrimineller im Gefängnis landete.
English:
Christiane Wilhelmine May, the mother of author Karl May, was a midwife and was frequently pregnant herself—and felt overwhelmed by her sick and temporarily blind child Karl May. She wished him “away, away, away!” She was accused of causing early childhood trauma through emotional neglect, which allegedly led to his imprisonment as a petty criminal later in life.
Peinliche Mütter VII – Elinor Powell und Ruth McBride
Kinder aus gemischtrassigen Familien schämten sich manchmal für ihre Mütter, weil Rassismus ihren familiären Hintergrund zu einem Grund für Spott oder Ablehnung machte. Ihre Mütter wurden zu einem sichtbaren Symbol dafür, „anders“ zu sein – selbst wenn sie selbst gegen Vorurteile gekämpft hatten. Beispiele hierfür sind die Krankenschwester Elinor Powell, die sich in Frederick Albert – einen deutschen Kriegsgefangenen – verliebte, und Ruth Zylska, eine weiße Jüdin, die einen schwarzen christlichen Prediger heiratete.
English:
Children of interracial families have sometimes felt ashamed of their mothers because racism made their family background a source of ridicule or rejection. Their mothers became a visible reminder of being “different” – even when they had fought against prejudice themselves. Examples are Nurse Elinor Powell, who fell in love with Frederick Albert—a German prisoner of war and Ruth Zylska, a white Jewish woman who married a black Christian preacher.
Peinliche Mütter IX – Giulia di Cosimo Ammannati
Giulia di Cosimo Ammannati war die Mutter des berühmten Astronomen Galileo Galilei. Sie galt als willensstark, temperamentvoll und ausgesprochen einmischend: Sie kontrollierte ihren Sohn, ließ ihn wegen seiner Beziehung zu Marina Gamba beobachten und kritisierte seine religiöse Lebensführung. In Briefen beklagte sie sich über sein Schweigen und verlangte von ihm, sich um die finanziellen Angelegenheiten der Familie zu kümmern. Auch Galileis Bruder beschrieb sie im Alter noch als „schrecklich“ und hoffte, dass mit ihrem Tod die familiären Streitigkeiten enden würden. Galileo blieb ihr zugleich zeit Lebens verbunden und unterstützte sie finanziell.
English:
Giulia di Cosimo Ammannati was the mother of the famous astronomer Galileo Galilei. She was considered strong-willed, spirited, and extremely meddlesome: she controlled her son, had him watched because of his relationship with Marina Gamba, and criticized his religious lifestyle. In letters, she complained about his silence and demanded that he take care of the family’s financial affairs. Even in her old age, Galileo’s brother described her as “terrible” and hoped that her death would put an end to the family disputes. At the same time, Galileo remained close to her throughout his life and supported her financially.
Peinliche Mütter II – Gladys Pearl Baker
Gladys Pearl Baker, Mutter von Norma Jeane Mortensen, besser bekannt als Marilyn Monroe. Marilyns Familie war seit langem von psychischen Problemen geplagt; ihr Urgroßvater litt unter Depressionen und beging Selbstmord, ihre Großmutter hatte Halluzinationen und versuchte während eines Anfalls sogar, Marilyn zu ersticken. Bei ihrer Mutter wurde paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Überzeugt davon, dass die Krankheiten vererbt waren, und erschrocken und beschämt von diesem Gedanken, leugnete Marilyn ihre Mutter und behauptete, sie sei verstorben. Tatsächlich überlebte Gladys ihre Tochter um 22 Jahre.
English:
Gladys Pearl Baker, mother of Norma Jeane Mortensen, better known as Marilyn Monroe. Marilyn’s family was troubled with a long history of mental issues; her great-grand-father suffered from depression and committed suicide, her grand-mother had hallucinations and even tried to suffocate Marilyn during an attack. Her mother was diagnosed with paranoïd schizophrenia. Convinced that the illnesses were inherited and terrified and embarrassed by the thought of it, Marilyn denied her mother, claiming she had passed. In fact, Gladys survived her daughter by 22 years.
Peinliche Mütter VI – Haenyeo Jeju
Haenyeo sind Taucherinnen in der südkoreanischen Provinz Jeju, deren Lebensunterhalt darin besteht, verschiedene Weichtiere, Algen und andere Meereslebewesen aus dem Meer zu sammeln. Sie sind ein Symbol für die halbmatriarchalische Familienstruktur auf Jeju. Dennoch schätzen viele Kinder diesen Beruf nicht besonders, da sie den ständigen Fischgeruch als abstoßend empfinden.
English:
Haenyeo are female divers in the South Korean province of Jeju, whose livelihood consists of harvesting a variety of mollusks, seaweed, and other sea life from the ocean. They are representative of the semi-matriarchal family structure of Jeju. Yet many children do not take the profession in high regard, as they find the constant smell of fish repelling.
Peinliche Mütter – X – Lady Jane Ellenborough
Jane Elizabeth Digby war mit 13 Männern verheiratet – ihr erster Ehemann war der Earl of Ellenborough, Vizekönig von Indien. Nach einer skandalträchtigen Scheidung heiratete sie mehrmals wieder und bekam sechs Kinder, von denen keines in ihrer Obhut aufwuchs. Schließlich lernte sie Scheich Medjuel el Mezrab kennen, die Liebe ihres Lebens. Jane war in der westlichen Welt eine Ausgestoßene, wurde jedoch von den Beduinen akzeptiert.
English:
Jane Elizabeth Digby was married to 13 men – the first one being the Earl of Ellenborough, Viceroy of India. Following a scandalous divorce, she remarried several times and had 6 children, none of whom grew up in her care. Finally, she met Sheikh Medjuel el Mezrab, the love of her life. Jane was an outcast in the Western world but was accepted by the Bedouins.
Peinliche Mütter – XI – Joan Browne
„Meine Mutter hat erst versucht, meinen Vater zu erstechen, als ich sechs Jahre alt war, aber sie muss schon vorher Anzeichen von seltsamem Verhalten gezeigt haben.“ Der Schauspieler Alan Alda (Hawkeye aus „M.A.S.H.“) spricht sehr offen über die psychische Erkrankung seiner Mutter. Bis in seine späten Teenagerjahre hinein war ihm die Vorstellung einer liebevollen Mutter fast unvorstellbar – er hielt problematische Mütter für die Norm.
English:
“My mother didn’t try to stab my father until I was six years old, but she must have shown signs of odd behavior even before that.” The actor Alan Alda (Hawkeye from M.A.S.H.) speaks very openly about his mother’s mental illness. Up to his late teens the idea of a loving mother was almost incomprehensible to him—he considered problematic mothers to be the norm.
Peinliche Mütter I – Katharina Kepler
Katherina Keppler, Mutter des Renaissance-Astronomen Johannes Keppler, wurde der Hexerei angeklagt und dafür verurteilt. Obwohl sie seine Liebe zur Wissenschaft geweckt hatte, distanzierte er sich von ihren Machenschaften, sobald er zum Hofastronom am Prager Königshof ernannt worden war. Dennoch nutzte er seinen Einfluss, um sie aus einer 16-monatigen Haft in einem mittelalterlichen Gefängnis zu befreien.
English:
Katherina Keppler, mother of the Renaissance astronomer Johannes Keppler. Accused and convicted for being a witch. Though she inspired his love of science, he distanced himself from her doings once he was the royal astronomer at the royal court of Prague. Nevertheless, he did use his influence to free her from a 16-month incarceration in a medieval jail
Peinliche Müter IV – Komalatammal Srinivasa
Srinivasa Ramanujan war einer der bedeutendsten Mathematiker aller Zeiten und Mitglied der Royal Society. Seine Mutter Komalatammal unterstützte die Ausbildung ihres Sohnes, doch die finanziellen Mittel reichten nicht aus, um ihm eine formale Ausbildung zu ermöglichen. Ihre Beziehung wurde belastend, als Komalatammal versuchte, alle Aspekte seines Erwachsenenlebens zu beeinflussen, was auch dazu führte, dass sie ihn von der Frau entfremdete, die sie selbst in einer arrangierten Ehe für ihn ausgewählt hatte. Während seines Aufenthalts in England bewunderten seine Kollegen seine Leistungen im Bereich der mathematischen Reihen (wie beispielsweise die in der Blume dargestellte Fibonacci-Folge), wussten jedoch nichts von seinen familiären Problemen. Seine Mutter blieb im Hintergrund.
English:
Srinivasa Ramanujan was one of the most accomplished mathematicians ever and Fellow of the Royal Society. His mother Komalatammal supported her son’s education but finances were not sufficient to provide formal training. Their relationship became toxic when Komalatammal tried to influence all aspects of his adult life, which included estranging him from the wife she herself had chosen for him in an arranged marriage. During his stay in England, his colleagues marveled his accomplishments with mathematical series (such as the Fibanocci sequence depicted in the flower) but knew nothing about his family troubles. His mother stayed invisible.
Peinliche Mütter V – Lady Hamilton
Lady Emma Hamilton wurde 1765 in einfachsten Verhältnissen geboren. Mit 13 Jahren wurde sie Dienstmädchen. Ein Jahr später Mätresse einiger Adliger. 1791 heiratete die sie den 60-jährigen Sir William Hamilton und war zugleich die Mätresse von Lord Nelson.
Nachdem ihr Mann und Nelson innerhalb von zwei Jahren starben, begann sie Schulden zu machen und landete schließlich im Schuldnergefängnis
English:
Lady Emma Hamilton, born in 1765 into poverty, became a maid at 13 and soon the mistress of nobles. She married Lord Hamilton, while also involved with Lord Nelson. After both died, she fell into debt and was imprisoned. Johann Wolfgang von Goethe described her as beautiful – others as “the most uncouth, embarrassing, and unpleasant woman” they had ever met.
Peinliche Mütter III – Molly Weasley
Molly Weasley ist eine Figur aus J. K. Rowlings Harry-Potter-Romanen und die liebevolle, temperamentvolle Mutter der Weasley-Kinder. Für ihre Kinder ist sie manchmal „peinlich“, weil sie sich lautstark einmischt, im Zweifel auch mal einen „Heuler“ in die Schule schickt, überfürsorglich ist und ihnen mit ihrer direkten, altmodischen Art vor anderen unangenehm sein kann – darunter steckt eine starke Frau, die ihre Familie mutig verteidigt.
English:
Molly Weasley is a character from J. K. Rowling’s Harry Potter novels and the loving, spirited mother of the Weasley children. To her children, she can sometimes be “embarrassing” because she loudly interferes, will even send a “Howler” to school when in doubt, is overprotective, and can make them feel uncomfortable in front of others with her direct, old-fashioned manner—but underneath it all is a strong woman who courageously defends her family.
Peinliche Mütter VIII – LaVona Sandy Golden
Tonya Harding war eine US-amerikanische Eiskunstläuferin, die als eine der wenigen Frauen einen Dreifach-Axel im Wettkampf landete und 1991 US-Meisterin wurde. 1994 sorgte sie weltweit für Schlagzeilen, weil ihr damaliger Ehemann in den Angriff auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan verwickelt war; Harding wurde daraufhin vom US-Eiskunstlaufverband auf Lebenszeit gesperrt.
Harding sagte, ihre Mutter LaVona Faye Golden habe sie regelmäßig misshandelt und sie einmal „buchstäblich ins Badezimmer gezerrt und mit einer Haarbürste geschlagen“.
„Ich habe ihr bei einem Wettkampf einmal mit einer Haarbürste den Hintern versohlt“, antwortete Golden und fügte hinzu: „Sie weiß gar nicht, was eine Tracht Prügel ist.“
English:
Tonya Harding was an American figure skater who was one of the few women to land a triple Axel in competition and became the U.S. champion in 1991. In 1994, she made headlines around the world because her then-husband was involved in the attack on her rival, Nancy Kerrigan; Harding was subsequently banned for life by the U.S. Figure Skating Association.
Harding, said her mother LaVona Faye Golden regularly abused her and once “dragged me into the bathroom and beat me with a hairbrush, literally.”
“I spanked her once with a hairbrush at a competition,” responded Golden, adding, “She wouldn’t know what a beating was.”
Peinliche Mütter XXXVI – Lin Huiyin
Lin Huiyin ist die berühmteste Architektin des modernen China, die sich der traditionellen chinesischen Kunst verschrieben hat. Während einer Expedition entdeckten Lin und ihr Ehemann Liang den in Vergessenheit geratenen Foguang-Tempel aus Holz wieder – ein nationales Kulturgut. Einige Jahre zuvor hatte sie geschrieben: „Ich habe große Angst davor, ein gewöhnliches Leben zu führen, einfach nur Ehefrau zu sein und mein ganzes Leben lang Kinder zu bekommen!“
English:
Lin Huiyin is the most famous female architect in modern China, dedicated to traditional Chinese art. During an expedition Lin and her husband Liang rediscovered the obscure wooden Foguang Temple – a national treasure. A few years before this she wrote: “I’m really afraid of living an ordinary life, just being a wife and having children for a lifetime!”
Peinliche Mütter XXII – Beryl Markham
Beryl Markham erlangte zweifelhafte Berühmtheit, weil sie angeblich eine Affäre mit Prinz Henry hatte, während sie von ihrem ersten Ehemann schwanger war und gleichzeitig eine Affäre mit Harrys älterem Bruder, Edward, dem Prinzen von Wales, unterhielt. Im Jahr 1936 gelang ihr als erster Frau der Flug über den Atlantik von Osten nach Westen; es war zugleich der erste Nonstop-Flug von England nach Amerika.
English:
Beryl Markham gained notoriety for allegedly having an affair with Prince Henry, while being pregnant from her first husband and simultaneously having an affair with Harry’s older brother, Edward, Prince of Wales. In 1936, she became the first woman to fly across the Atlantic from east to west; it was also the first nonstop flight from England to America.
Peinliche Mütter XXXVIII – Belle Starr
Belle Starr wurde als „Banditenkönigin“ des Wilden Westens berühmt. Sie unterhielt enge Beziehungen zu Jesse James und anderen Gesetzlosen, war an Pferdediebstählen und dem Handel mit Diebesgut beteiligt und wurde mehrfach verhaftet. Gleichzeitig war sie Mutter von zwei Kindern – und machte ihr kriminelles Leben zu einem öffentlichen Familienimage.
English:
Belle Starr became famous as the “Bandit Queen” of the Wild West. She maintained close ties with Jesse James and other outlaws, took part in horse theft and handling stolen goods, and was arrested several times. At the same time, she was the mother of two children—and turned her life of crime into a public family image.
Peinliche Mütter XXXVII – Shin Saimdang
Shin Saimdang war eine koreanische Künstlerin, Dichterin und Kalligraphin. Doch der südkoreanische Staat machte sie später zu einem Symbol für die ideale Mutter und pflichtbewusste Frau. Feministinnen kritisierten diese politische Aneignung, die ihre Identität und ihre Leistungen als Künstlerin in den Hintergrund drängte.
English:
Shin Saimdang was a Korean artist, poet and calligrapher. Yet the South Korean state later turned her into a symbol of the ideal mother and dutiful woman. Feminists criticized this political appropriation, which overshadowed her identity and achievements as an artist.
Peinliche Mütter XXXIV – Wanny Woldstad
Wanny Woldstad arbeitete in den 1950er Jahren als Jägerin und Fallenstellerin im arktischen Spitzbergen, trug Männerkleidung und führte ein hartes, „männliches“ Leben – zu einer Zeit, als von Frauen in erster Linie erwartet wurde, häusliche und familiäre Aufgaben zu erfüllen. Ihren Zeitgenossen erschien dies ungewöhnlich oder „unangemessen“; aus heutiger Sicht gilt sie als Pionierin.
English:
In the 1950’s Wanny Woldstad worked as a hunter and trapper in the arctic Spitsbergen, wore men’s clothing, and led a hard, “masculine” life at a time when women were primarily expected to fulfill domestic and family roles. To her contemporaries, this seemed unusual or “inappropriate”; from today’s perspective, she is regarded as a pioneer.
Peinliche Mütter XXXIII – Amish
Im Jahr 2006 drang ein Mann in ein einraumiges Amish-Schulhaus ein, schoss auf zehn Mädchen, tötete fünf von ihnen und nahm sich schließlich selbst das Leben. Es war für alle ein unvorstellbares Trauma. Innerhalb weniger Tage taten die Amish-Nachbarn das Unvorstellbare: Sie gingen auf die Familie des Schützen zu und boten der Mutter des Mörders, die viele andere gemieden hätten, Vergebung und Trost an.
English:
In 2006, a man entered an Amish one-room schoolhouse, shooting ten girls, killing five and finally taking his own life. It was an unimaginable trauma for everybody. Within days the Amish neighbors did the unimaginable: they reached out to the family of the shooter with forgiveness and comfort for the mother of a murderer, who many others would have shunned.
Peinliche Mütter XV – Bauhausfrauen
1919 öffnete das Bauhaus erstmals seine Türen für Frauen und versprach Gleichberechtigung. Doch schon bald wurden Frauen aus den Werkstätten verdrängt und in die Weberei gelenkt, die als „Frauenklasse“ galt, da Walter Gropius befürchtete, dass die große Anzahl von Frauen dem Ansehen der Schule schaden würde. Ausgerechnet dort entwickelten die Bauhaus-Frauen wegweisende Textilkunst als erfolgreiches Industriedesign mit so großen kommerziellen Erfolg, dass sie repräsentativ für das ganze Bauhaus wurde. Ab 1933 wurden viele Bauhäuslerinnen und Bauhäusler von den Nationalsozialisten verfolgt und mit Berufsverbot belegt.
English:
In 1919, the Bauhaus opened its doors to women for the first time and promised equality. But women were soon pushed out of the workshops and directed toward the weaving studio, which was considered the “women’s class,” because Walter Gropius feared that the large number of women would damage the school’s reputation. It was precisely there that the Bauhaus women developed groundbreaking textile art as successful industrial design, achieving such great commercial success that it came to represent the entire Bauhaus. Beginning in 1933, many Bauhaus members were persecuted by the Nazis and barred from practicing their professions.
Peinliche Mütter XXIX – Malalai Kakar
Malalai Kakar war eine wegweisende afghanische Polizistin und eine der prominentesten Frauen im afghanischen Strafverfolgungswesen. Sie war in der Stadt Kandahar tätig und setzte sich dafür ein, dass Frauen auch unter der Herrschaft der Taliban weiterhin im Polizeidienst tätig sein konnten. Am 28. September 2008 wurde sie vor ihrem Haus ermordet.
English:
Malalai Kakar was a pioneering Afghan police officer and one of the most prominent women in law enforcement in Afghanistan. She served in the city of Kandahar and advocated for women being able to continue serving in the police forces even under Taliban rule. She was assassinated outside her home on September 28, 2008.
Peinliche Mütter XIV – Maria Sibylla Merian
Maria Sibylla Merian galt nach den Maßstäben ihrer Zeit als etwas „peinlich“, da sie mit gesellschaftlichen Normen brach: Sie verließ ihren Ehemann, lebte in einer religiösen Gemeinschaft und reiste allein nach Südamerika, um Insekten zu studieren – etwas, das für eine Frau im 17. Jahrhundert höchst unschicklich war.
English:
Maria Sibylla Merian was considered somewhat “embarrassing” by the standards of her time because she broke with social norms: she left her husband, lived in a religious community, and traveled alone to South America to study insects—something highly inappropriate for a woman in the 17th century.
Peinliche Mütter XXV – Isobel Hawking
Stephen Hawkings Mutter Isobel wird als hochgebildet und exzentrisch beschrieben. Als Familienauto fuhr sie ein sehr altes Taxi. Ihr Haus war voller Bücherstapel und wirkte chaotisch. Sie legte wenig Wert auf Äußerlichkeiten oder gesellschaftliche Konventionen: Die Familie aß meist schweigend und las am Tisch Bücher, selbst wenn Gäste anwesend waren.
English:
Stephen Hawking’s mother, Isobel, is described as highly educated and eccentric. She drove a very old taxi as the family car. Her house was filled with stacks of books and looked chaotic. She cared little about appearances or social conventions: the family usually ate in silence, reading books at the table, even when guests were present.
Peinliche Mütter IXX – Henriette Presburg
Karl Marx hatte ein angespanntes Verhältnis zu seiner Mutter Henriette, die als wenig gebildet und stark auf Haushalt und Familie konzentriert beschrieben wird. Sie hatte wenig Verständnis für das Leben und die finanziellen Schwierigkeiten ihres Sohnes, während Marx wiederum mit seiner Mutter wegen seines Erbes und seiner finanziellen Ansprüche zerstritten war – bis hin zu Drohungen, sie rechtlich unter Druck zu setzen.
English:
Karl Marx had a strained relationship with his mother, Henriette, who is described as having little formal education and being deeply focused on household duties and family. She had little understanding of her son’s life and financial difficulties, while Marx, in turn, was at odds with his mother over his inheritance and financial claims—to the point of threatening to take legal action against her.
Peinliche Mütter XXX – Beate Uhse
Als ausgebildete Pilotin flog Beate Uhse während des Krieges Transportflüge für die deutsche Luftwaffe. 1962 gründete sie in Flensburg den weltweit ersten Sexshop. Ihr Erfolg beruhte darauf, dass sie die Bedürfnisse von Frauen in eine von Männern dominierte Branche einbrachte. Als ihre Söhne das Unternehmen übernahmen, verschmolz diese Perspektive nach und nach mit einem „männlichen Blick“ und führte zum späteren Niedergang des Unternehmens.
English:
Being a trained pilot, Beate Uhse flew transport missions for the German Air Force during the war. In 1962, she founded the world’s first sex shop in Flensburg. Her success stemmed from bringing women’s needs into a male-dominated field. When her sons took over, this perspective gradually merged into a “male gaze” and led to the company’s subsequent decline.
Peinliche Mütter XXVII – Queen Mary
Maria von Teck, die Königin, war dafür bekannt, von ihren Gastgebern mehr oder weniger offen Kunstwerke und Antiquitäten zu verlangen, die ihr gefielen, um sie als Geschenke zu erhalten, oder sie im Zweifelsfall einfach ohne zu fragen „mitzunehmen“. Ihr Verhalten rührte eher von ihrem ausgeprägten Anspruchsdenken und ihrem königlichen Selbstverständnis her und hatte nichts mit Kleptomanie (einer echten Impulskontrollstörung) zu tun.
English:
Mary of Teck, Queen Consort, had a reputation for more or less openly demanding art and antiques of her hosts that she liked as gifts, or, when in doubt, simply “taking” them without asking. Her behavior stemmed more from her strong sense of entitlement and royal self-image and had nothing to do with kleptomania (a genuine impulse control disorder).
Peinliche Mütter XXII – Ruth Wilhelm
Ruth Wilhelm wuchs in einer Welt zwischen den Kriegen auf. Sie wurde zur Stickerin ausgebildet und heiratete den Gutsverwalter des Grafen zu Stolberg-Wernigerode. Später zog sie mit ihm nach Polen, um dort die Ländereien des Grafen zu verwalten. Nah dem zweiten Weltkrieg wurde die Familie nach Deutschland ausgewiesen. Da sie über keinen eigenen Grundbesitz verfügten, mussten alle Familienmitglieder harte körperliche Arbeit in der Landwirtschaft verrichten – ein Schicksal, dass sie zu der Zeit mit vielen Flüchtlingen teilte. Ihre Kinder akzeptierten die Umstände schnell, aber Ruth mit ihrer musischen und feinsinnigen Art gewöhnte sich nur schwer an ihr neues Leben.
English:
Ruth Wilhelm grew up in the interwar period. She was trained as an embroiderer and married the estate manager of the Count of Stolberg-Wernigerode. Later, she moved with him to Poland to manage the count’s estates there. Near the end of World War II, the family was expelled to Germany. Since they did not own any land of their own, all family members had to perform hard physical labor in agriculture—a fate she shared with many refugees at the time. Her children quickly accepted the circumstances, but Ruth, with her artistic and sensitive nature, found it difficult to adjust to her new life.
Peinliche Mütter XXXI – Niki De Saint Phalle
Niki de Saint Phalle verließ früh ihren Ehemann und ihre beiden kleinen Kinder, noch bevor ihr künstlerischer Erfolg einsetzte. Diese Entscheidung wurde gesellschaftlich als Skandal gelesen und überschattet bis heute ihr Werk. Der Quilt thematisiert diesen Bruch als Akt radikaler Selbstbehauptung. Explosive Farbspuren verweisen auf ihre frühen Schießbilder, in denen Zerstörung und Schöpfung zusammenfallen. Die Arbeit fragt nach Verantwortung, Freiheit und künstlerischer Notwendigkeit und liest Mutterschaft als konfliktreichen Raum zwischen Fürsorge, Begehren und künstlerischer Dringlichkeit.
English:
Niki de Saint Phalle left her husband and their two young children early on, even before her artistic success began. This decision was viewed by society as a scandal and continues to cast a shadow over her work to this day. The quilt addresses this rupture as an act of radical self-assertion. Explosive splashes of color allude to her early “shooting paintings,” in which destruction and creation converge. The work explores responsibility, freedom, and artistic necessity, and interprets motherhood as a conflict-ridden space between care, desire, and artistic urgency.
Peinliche Mütter XXVI – So Wa Wai
So Wa Wai ist ein ehemaliger Sportler aus Hongkong, der fünfmal an den Paralympischen Spielen teilgenommen und dabei 12 Medaillen gewonnen hat. Dieser Beitrag würdigt seine Beharrlichkeit, mit der er seine durch Zerebralparese bedingte körperliche Beeinträchtigung überwunden hat, sowie die bedingungslose Liebe, die ihm seine Mutter durch ihre Unterstützung entgegengebracht hat. Besondere Umstände erfordern ein besonderes Training. Da es ihm an Trainingspartnern mangelte, sah man So Wa Wai oft dabei, wie er gegen den Nahverkehrszug antrat. Während alle Länder finanzielle Prämien für olympische Medaillen gewähren, werden bei den Paralympics gewonnene Auszeichnungen oft nicht in gleichem Maße gewürdigt. So Wa Wai und seine Mutter setzen sich für gleiche Anerkennung für gleiche Leistung ein.
English:
So Wa Wai is a retired athlete from Hong Kong who has competed in the Paralympic Games on five occasions, winning 12 medals. This piece celebrates his perseverance overcoming physical impairment due to cerebral palsy and the unconditional love his mother showed him in her support. Special circumstances require special training. Due to a lack of training partners, So Wa Wai was often seen racing the local train. While all countries grant financial bonuses for Olympic medals, awards won at the Paralympics are often not recognized as much. So Wa Wai and his mother advocate equal recognition for equal work.
